• Elisa Witt

#8 Für alle Selbstständigen, die es sonst nicht hören.

Ganz ehrlich: die Luft ist raus. Ein Stoß am Ellenbogen auf dem Musikantenknochen ist das einzige, was mich an manchen Tagen durchzuckt. Aber das ist ok. Wirklich völlig ok. Du darfst platt sein und ausgelaugt und auch einfach mal keine Lust mehr haben. Wie oft denkt der Angestellte beim Aufstehen: heute will ich nicht! Auch ein Selbstständiger darf das denken ohne an seiner Idee oder sein Business zu zweifeln und es hinter sich lassen zu wollen. Selbst und ständig schön und gut....

Ohne die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit auseinander zu klamüsern, geht es hier heute nur um eins: ein Plädoyer fürs Schwäche zeigen. Auch ein Unternehmer, eine Freiberuflerin darf mal k.o. sein. Nach Urlaub verlangen oder einfach mal nach Mitleid. Und wenn dir dann jemand sagt: nein nein das hast du dir doch ausgesucht, da musst du nun durch, denkst du dir innerlich: klasse, dass ich mein eigener Chef bin. Als Chefin darfst du dir Urlaub geben. Als Chef auch mal einen schlechten Tag haben. Die Kunst ist es das Ganze positiv für dich mitzunehmen. Das geht!


Warum Urlaub/Auszeit/Handyaus auch in der Krise gut ist:

  1. Aufladen. Es ist doch ganz einfach. Wenn du nicht mehr funktionierst, tut es auch dein Business nicht. Also lad dich auf. Betriebsferien. Abwesenheitsnotiz. Sommerpause. Dafür braucht es keine Genehmigung.

  2. Kreativität. Der Satz 'in jeder Krise liegen Chancen', ist mittlerweile leicht verstörend. Während du versuchst nicht durchzudrehen, direkt voller Euphorie eine neue Idee starten? Das ist doch wirklich nicht so einfach. Und wenn du den ganzen Tag nur in deinem Business steckst, an ein und demselben Ort mit ein und demselben Thema, dann brauchst du jetzt wirklich mal etwas anderes und schon kann der Kopf wieder frei denken!

  3. Ruhe. Manch einer sagt ja, dass die Lockdown-Zeit eine schöne war ohne diesen Stress und die Angst etwas zu verpassen. Das kann man als Selbstständige nicht sagen, da gab es wenig Erholung und eher innerliche Aufruhr. Also ist es jetzt vielleicht an der Zeit sich Ruhe zu gönnen! Alles einmal verarbeiten und runter schlucken.

  4. Ohne schlechtes Gefühl. Wenn du dir immer wieder sagst, dass du heute nicht produktiv genug warst und eigentlich woanders stehen wolltest, macht es die Situation nicht besser. Wenn du heute mal früher Feierabend machst, wird das niemanden umbringen. Es sei denn du bist freiberuflich Arzt und jemand wartet auf etwas Lebensrettung von Dir. Also ohne es zu bereuen: mach was du willst!

Alles lässt sich so einfach schreiben und durchdenken. Der Schritt wirklich mal auf Pause zu drücken, ist tatsächlich nicht so leicht als Selbstständige. Aber was bringt all das Jammern und Durchbeißen, wenn am Ende nichts bei rum kommt. Also ja! Ich fühl mich gerade schwach. Ich brauche mal Ruhe. Ich kann keine Betriebsferien machen, denn dann verdiene ich nichts und leider lief das Jahr unerwartet bescheiden....;) Aber ich kann gelassener mit der Situation umgehen. Mich daran erinnern, was ich alles kann und darf. Urlaubsfeeling aufbauen auch auf Arbeit mit einer Mittags-Weinschorle mit einem guten Freund oder einem Wochenendtrip mit dem Liebsten. Und das ohne es zu bereuen oder mich zu fragen, was ich alles gerade erledigen könnte. Und vielleicht bringen die kleinen Dinge ja wirklich auch mal große Freude! Wer weiß schon, was die Zukunft bringt...aber ich weiß der ein oder andere Selbstständige hört es zu wenig: Sei ruhig erschöpft, freu Dich ruhig aufs Wochenende, denk gerne an etwas anderes als an dein Geschäft! Dann fühle Dich fest umarmt und aufgehoben in dem Wissen, dass es dir wie allen anderen auch geht!


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