• Elisa Witt

#15 Coworken mit Corona *2021

Ein wenig habe ich das Gefühl ich müsste mich neu vorstellen und erklären, so lange haben wir uns nicht gelesen. Und tatsächlich macht das auch Sinn.

#mumbusiness #covidlife #mütend - die drei Hashtags meines Jahres.

Bevor ich mir also wieder den Grummel aus dem Bauch schreibe, erstmal die schönsten Nachrichten meines jungen Lebens. Ich darf mich nicht mehr nur Frau, Unternehmerin und Schwerinerin nennen, jetzt bin ich auch eine echte Mama. #mumbusiness

Ein spannendes Thema mit ganz viel beseeltem Lächeln, größter Liebe und veralteten Regelungen (Spoiler: als selbstständige Frau Mutter zu werden, macht finanziell gesehen wirklich gar keinen Sinn), welches einen eigenen Blogeintrag verdient.

Ich führe also seit März diesen Jahres mein ebenso junges Business nun mit der vollen Portion Mutterhormonen und Stilldemenz. Dank der besten tisch-Community gibt es daher nun auch eine kleine Baby/Kinder-Ecke bei uns, natürlich auch mit Kinder-tisch. Coworking Space mit Kind ist kein No Go und vermutlich bei unserer Mischung aus Space und Café sogar eine wunderbare Bereicherung für junge Eltern. Während du in einem reinen Space bei jedem Pieps komisch angeguckt werden könntest, ist es bei uns an manchen Tagen von Natur aus wilder. Für die einen heißt das: noch mehr zu gucken und zu erleben, für die anderen: Kopfhörer mit Noise Cancelling zulegen. In jedem Falle wird es einen Eltern-Karriere-wie-soll-man-das-schaffen-Stammtisch geben. Aber das dann sicher im nächsten Beitrag.

Was ist nun also seit Januar passiert? Ganz ehrlich keine Ahnung.

#covidlife Ein wildes Hin und Her von Verboten und Plänen und erst Recht einiger Emotionen. Ich habe alles mitgenommen. Stehe täglich kurz vorm Aufgeben, vorm Weglaufen und verliere mich aktuell wieder himmelhoch jauchzend in Zukunftsfantasien. Der tisch fährt Achterbahn manchmal ohne mich. Im besten Falle wird er immer größer und bunter - hätten wir auch ohne Corona geschafft, aber man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Es heißt also mit der Pandemie zu leben und das machen wir! Es gibt neuerdings einen Smart Lock für Mitglieder und Business Nutzer*innen für den kontaktlosen Zugang zu unserem Space - super Feature um Mitglieder zu generieren und somit auf ein grundlegendes, monatliches Fundament bauen zu können. Wir erweitern ab August unser Angebot und werden Speisen anbieten (falls das To-Go-Geschäft zurück kommt, können wir so mehr Gäste zu uns locken). Außerdem bringen wir die analogen Vorteile vom tisch in die digitale Welt - schon bald gibt es ein tisch-Team, welches Dich, dein Unternehmen und/oder dein Produkt im digitalen Wirbeln unterstützen kann. Klingt doch super, oder? Klingt nach Perspektive und Durchhaltevermögen, welches jeden Marathonläufer lahm aussehen lässt. Und da sind wir dann auch schon beim letzten Highlight des Jahres, welches ganz sicher so hartnäckig und zäh an uns Unternehmer*innen festhalten wird wie dieses ungute Gefühl das manch ein Politiker einfach keinen guten Job macht. #mütend - sagt man das noch? Ich meine müde bin ich nicht mehr von der Pandemie sondern vom Schlafentzug. Aber wütend immer noch über Dinge, die einfach unfair/unsinnig/ungut sind. Und nichtsdestotrotz soll es weitergehen. Wie? Darauf gibt es keine Antwort. Überbrückungshilfe III hat die Miete für unsere Gewerbefläche gesichert, etwas Investitionseuphorie geschürt aber natürlich keinen sicheren Boden für ein laufendes Tischleben geschaffen. Das erste Halbjahr 2021 konnte "überbrückt" werden, aber das zweite? Hier dein gläsernes Coworking Café: in Sachen Personal werden eifrig Erfahrungen gesammelt - kein einfaches Thema für ein junges Unternehmen. Innenstadtlage ist grundlegend für uns allerdings auch ein mächtiger Kostenpunkt, vor allem mit einer schönen Staffelmiete. Events können stattfinden, aber müssen in dieser freudigen Sommerurlaubszeit erst einmal wieder anlaufen und Teilnehmer*innen finden. Die Werbetrommel darf gerührt werden, denn wir waren eine lange lange Zeit weg vom Fenster und man muss auch nach zwei Jahren Tischzeit immer noch sagen, dass was wir hier machen ist Aufbauarbeit und keine Gelddruckmaschine.

Lösungen habe ich viele: ein Entgegenkommen bei der Miete, personelle Glückseligkeit und eine rauschende Vermietungs- und Coworkingnachfrage. Eventuell eine kleine Förderung für Coworking Spaces im kleinstädtischen Raum?! So oder so einige Dinge müssen zusammen kommen, damit wir 2021 überstehen. Ich bin eigentlich keine Schwarzmalerin, aber wir werden die vierte Welle surfen müssen und ganz privat gesprochen schaffe ich das weder emotional noch finanziell und bin auch viel lieber mit Windsurfbrett unterwegs. Also: wenn du Wind hast in Form von Geld oder geldbringenden Ideen, melde dich.

Solange machen wir weiter mit einigen Urlaubs-Coworkern, zarten Netzwerktreffen und ein paar tisch- und Business- Mitgliedern und schauen einfach von Tag zu Tag was so passiert.

Hang Loose.


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